Der Stern berichtet online in einem sehr entspannten Artikel, ganz ohne Hysterie oder Killerspiele-Gekreische über die Arbeit der USK. Der Pädagoge und USK-Mitarbeiter Eichhorst äußert sich dabei sehr nüchtern über geifernde Politiker und schlecht informierte Eltern.
Fazit: Lesenswert. Schön, dass über dieses Thema auch mal ohne Blut- und Sensationsgeilheit berichtet wird.
P.S. Ego-Shooter heißen nicht mehr Killerspiele, sondern Tötungstrainingssoftware - beim Aussprechen dieses Wortes bitte das Licht dimmen, die Stimme senken und hinterher ein gruseliges "huhuuu" anhängen, nur so kann dieser vom Bayerischen Innenminister Herrmann erfundene Begriff seine volle Wirkung entfalten.
In Anlehnung an Comedystreet empfehle ich Herrn Herrmann, den Begriff in ein paar Monaten durch die Steigerungsform "Ultrabrutale Schulmädchen-Verstümmelungs-Anstiftungs-Software" zu ersetzen. Nur so bleibt die abschreckende Wirkung erhalten.
4/09/2009
4/08/2009
Peter Harry Carstensen vs. Werner Marnette
Ich komm ja kaum noch hinterher, bei den ganzen kapitalen Böcken, die unsere werten Damen und Herren Volksvertreter in letzter Zeit schießen!
Der neueste Fall also betrifft den netten Harry, der in der Vergangenheit eher dadurch in Erscheinung getreten ist, dass er sich von der BILD verkuppeln ließ, beziehungsweise als Profiteur der Uneinigkeit von SPD, Grünen und SSW in Schleswig-Holstein.
Nun ist also Werner Marnette (ehemaliger Wirtschaftsminister in SH) zurückgetreten und hat in einem kurz darauf von SPON veröffentlichen Interview kein gutes Haar an Herrn Carstensen, dessen Finanzminister Rainer Wiegard und den Verantwortlichen der HSH Nordbank Hans Berger und dessen Nachfolger Dirk Jens Nonnenmacher gelassen.
Da ist die Rede von Herrn Berger, der ohne eine einzige Zahl, ohne eine Notiz nach der Lehman Brothers-Pleite ins Kabinett kommt und sagt, dass bei der HSH Nordbank alles in bester Ordnung sei; Von Finanzminister Wiegard, der alle kritischen Fragen nach Zahlen, nach Fakten abwürgt und nicht zuletzt ist die Rede von Herrn Carstensen, der auf Nachfragen einfach nicht reagiert, sondern sich lieber öffentlich darüber lustig macht, dass sein Minister Marnette versucht, seine Arbeit verantwortungsvoll zu erledigen.
Dabei war es nicht mal so, als würde die HSH Nordbank besonders gut dastehen, von 2006 auf 2007 hatte sich der Gewinn von 1,2 Milliarden auf 150 Millionen um fast 90% reduziert - 2008 steht ein Verlust von 2,8 Milliarden zu buche.
Der Hamburger Anwalt Strate stellte nun Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der HSH Nordbank, gegen Marnette wird voraussichtlich wegen "Geheimnisverrats" ermittelt. Was für ein Hohn, da steht einer auf und benennt die skandalösen Zustände, die Inkompetenz und Ignoranz in der Politik und muss dafür mit einer Anzeige rechnen. Marnette sieht der Anzeige aber gelassen entgegen, er habe nur die Wahrheit gesagt.
Von einer Anzeige gegen Carstensen, bzw. von einem Rücktritt, oder zumindest einem Eingeständnis von Schuld ist natürlich keine Rede.
Nachtrag: Marnette zitiert Carstensen mit den Worten: "Und lassen Sie sich nicht vom Geschwätz aus dem Kreis der CDU-Fraktion irritieren. Das sind Leute, die ihre Hausaufgaben in ihrer Schlosserei oder ihrem Elektrogeschäft nicht hinkriegen, die aber hier große Finanzwelt spielen wollen." - das aus dem Munde des studierten Agrar-Ökonom Carstensen, der seine Expertise ja eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.
Der neueste Fall also betrifft den netten Harry, der in der Vergangenheit eher dadurch in Erscheinung getreten ist, dass er sich von der BILD verkuppeln ließ, beziehungsweise als Profiteur der Uneinigkeit von SPD, Grünen und SSW in Schleswig-Holstein.
Nun ist also Werner Marnette (ehemaliger Wirtschaftsminister in SH) zurückgetreten und hat in einem kurz darauf von SPON veröffentlichen Interview kein gutes Haar an Herrn Carstensen, dessen Finanzminister Rainer Wiegard und den Verantwortlichen der HSH Nordbank Hans Berger und dessen Nachfolger Dirk Jens Nonnenmacher gelassen.
Da ist die Rede von Herrn Berger, der ohne eine einzige Zahl, ohne eine Notiz nach der Lehman Brothers-Pleite ins Kabinett kommt und sagt, dass bei der HSH Nordbank alles in bester Ordnung sei; Von Finanzminister Wiegard, der alle kritischen Fragen nach Zahlen, nach Fakten abwürgt und nicht zuletzt ist die Rede von Herrn Carstensen, der auf Nachfragen einfach nicht reagiert, sondern sich lieber öffentlich darüber lustig macht, dass sein Minister Marnette versucht, seine Arbeit verantwortungsvoll zu erledigen.
Dabei war es nicht mal so, als würde die HSH Nordbank besonders gut dastehen, von 2006 auf 2007 hatte sich der Gewinn von 1,2 Milliarden auf 150 Millionen um fast 90% reduziert - 2008 steht ein Verlust von 2,8 Milliarden zu buche.
Der Hamburger Anwalt Strate stellte nun Strafanzeige gegen die Verantwortlichen der HSH Nordbank, gegen Marnette wird voraussichtlich wegen "Geheimnisverrats" ermittelt. Was für ein Hohn, da steht einer auf und benennt die skandalösen Zustände, die Inkompetenz und Ignoranz in der Politik und muss dafür mit einer Anzeige rechnen. Marnette sieht der Anzeige aber gelassen entgegen, er habe nur die Wahrheit gesagt.
Von einer Anzeige gegen Carstensen, bzw. von einem Rücktritt, oder zumindest einem Eingeständnis von Schuld ist natürlich keine Rede.
Nachtrag: Marnette zitiert Carstensen mit den Worten: "Und lassen Sie sich nicht vom Geschwätz aus dem Kreis der CDU-Fraktion irritieren. Das sind Leute, die ihre Hausaufgaben in ihrer Schlosserei oder ihrem Elektrogeschäft nicht hinkriegen, die aber hier große Finanzwelt spielen wollen." - das aus dem Munde des studierten Agrar-Ökonom Carstensen, der seine Expertise ja eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat.
4/03/2009
Selektive Dyskalkulie bei Frau von der Leyen diagnostiziert!
- Frau von der Leyen sagt: "[...] Die polizeiliche Kriminalstatistik weist seit Jahren einen Anstieg bei der Verbreitung von Kinderpornographie aus. Im Jahr 2007 hat sich die Zahl im Hinblick auf die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet mehr als verdoppelt (111%).."
- Die polizeiliche Kriminalstatistik sagt (Punkt 1430 und 1432): "[...] im Jahr 2006 2897 Fälle, im Jahr 2007 2872 Fälle von Verbreitung von Kinderpornographie, was einem Rückgang von ca. 0,9% entspricht".
- Anmerkung: Gestiegen ist dagegen die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit "Besitz/Verschaffung von Kinderpornographischen Schriften" (um 94,3% von 2006 bis 2007).
- In einer Pressemitteilung des BKA vom 27.08.2008 nennt dieses zum Punkt "Besitzverschaffung" den Zuwachs von 111% von 2936 auf 6206 Fälle (2006-2007). Was nun der Unterschied zwischen Besitz/Verschaffung (8832 Fälle im Jahr 2007) und Besitzverschaffung (6206 Fälle im Jahr 2007) ist, kann mir bitte ein Jurist erklären.
Anmerkung: Zu beachten ist dabei allerdings, dass die höhere Zahl der in der Kriminalstatistik aufgeführten Straftaten im Zusammen hang mit Besitz/Verschaffung und Besitzverschaffung zu einem Teil auch auf verbesserte Ermittlungsmethoden der Polizei zurückzuführen ist. Ob also die tatsächliche Zahl der Fälle von Besitz/Verschaffung und Besitzverschaffung gestiegen ist, oder ob nur in mehr Fällen ermittelt wurde, geht aus der Statistik des BKA nicht hervor.
- Das Familienministerium freute sich in einer Pressekonferenz über den explosionsartigen Zuwachs bei der Geburtenrate, 3397 Babies mehr als im Vorjahr.
- Das entspricht übrigens nicht 1%, wie der Spiegel online vermeldete, sondern lediglich 0,66%.
- Wie auch immer, hier wurde etwas getrickst, es handelt sich natürlich nicht um die Zahlen der Jahre 2007 und 2008, sondern um die ersten neun Monate der beiden Jahre. Ein Blick in die vorläufigen Monatsergebnisse macht klar, warum das Familienministerium zu diesem Trick gegriffen hat. Der Oktober 2007 war besonders geburtenstark, der September 2008 auch - man setzt also die Grenze so, dass der geburtenstarke Monat des Vorjahres nicht berücksichtigt wird, der geburtenstarke Monat des aktuellen Jahres dagegen schon und so einfach kommt man zu "phantastischen" Ergebnissen, die leider absolut keine Aussagekraft haben.
Die Zahlen für Dezember 2008 sind noch nicht veröffentlicht, wenn der Dezember aber nicht gerade der Sensationsmonat mit ca 60.000 Geburten war, dürfte die Geburtenzahl 2008 bei ca. 670.000 Geburten liegen und befindet sich damit seit Jahren im stetigen Rückgang.
Bei carta.info gibt es noch mehr Informationen zur von der Leyenschen Zahlenschieberei.
Fazit: Äußerungen von Frau von der Leyen sollte man - wenn überhaupt - nur mit großer Vorsicht genießen!
Nachtrag: Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist nur begrenzt aussagekräftig, weil sie lediglich Auskunft über die Zahl der aufgenommenen Ermittlungsverfahren gibt, nicht aber über die Zahl der tatsächlichen Straftaten.
- Die polizeiliche Kriminalstatistik sagt (Punkt 1430 und 1432): "[...] im Jahr 2006 2897 Fälle, im Jahr 2007 2872 Fälle von Verbreitung von Kinderpornographie, was einem Rückgang von ca. 0,9% entspricht".
- Anmerkung: Gestiegen ist dagegen die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit "Besitz/Verschaffung von Kinderpornographischen Schriften" (um 94,3% von 2006 bis 2007).
- In einer Pressemitteilung des BKA vom 27.08.2008 nennt dieses zum Punkt "Besitzverschaffung" den Zuwachs von 111% von 2936 auf 6206 Fälle (2006-2007). Was nun der Unterschied zwischen Besitz/Verschaffung (8832 Fälle im Jahr 2007) und Besitzverschaffung (6206 Fälle im Jahr 2007) ist, kann mir bitte ein Jurist erklären.
Anmerkung: Zu beachten ist dabei allerdings, dass die höhere Zahl der in der Kriminalstatistik aufgeführten Straftaten im Zusammen hang mit Besitz/Verschaffung und Besitzverschaffung zu einem Teil auch auf verbesserte Ermittlungsmethoden der Polizei zurückzuführen ist. Ob also die tatsächliche Zahl der Fälle von Besitz/Verschaffung und Besitzverschaffung gestiegen ist, oder ob nur in mehr Fällen ermittelt wurde, geht aus der Statistik des BKA nicht hervor.
- Das Familienministerium freute sich in einer Pressekonferenz über den explosionsartigen Zuwachs bei der Geburtenrate, 3397 Babies mehr als im Vorjahr.
- Das entspricht übrigens nicht 1%, wie der Spiegel online vermeldete, sondern lediglich 0,66%.
- Wie auch immer, hier wurde etwas getrickst, es handelt sich natürlich nicht um die Zahlen der Jahre 2007 und 2008, sondern um die ersten neun Monate der beiden Jahre. Ein Blick in die vorläufigen Monatsergebnisse macht klar, warum das Familienministerium zu diesem Trick gegriffen hat. Der Oktober 2007 war besonders geburtenstark, der September 2008 auch - man setzt also die Grenze so, dass der geburtenstarke Monat des Vorjahres nicht berücksichtigt wird, der geburtenstarke Monat des aktuellen Jahres dagegen schon und so einfach kommt man zu "phantastischen" Ergebnissen, die leider absolut keine Aussagekraft haben.
Die Zahlen für Dezember 2008 sind noch nicht veröffentlicht, wenn der Dezember aber nicht gerade der Sensationsmonat mit ca 60.000 Geburten war, dürfte die Geburtenzahl 2008 bei ca. 670.000 Geburten liegen und befindet sich damit seit Jahren im stetigen Rückgang.
Bei carta.info gibt es noch mehr Informationen zur von der Leyenschen Zahlenschieberei.
Fazit: Äußerungen von Frau von der Leyen sollte man - wenn überhaupt - nur mit großer Vorsicht genießen!
Nachtrag: Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist nur begrenzt aussagekräftig, weil sie lediglich Auskunft über die Zahl der aufgenommenen Ermittlungsverfahren gibt, nicht aber über die Zahl der tatsächlichen Straftaten.
4/01/2009
Kinderpornographie...
Mit Kinderpornographie als Begründung kriegt man alles durch (und wenn es nicht gegen Kinderpornographie geht, wird das Zielobjekt halt mit Kinderpornographie auf eine Stufe gesetzt, aber das war ein anderes Thema).
Zurück zum Thema, es geht natürlich um die berüchtigte Sperrliste, die schon unter anderem in Finnland (Link auf Englisch), Australien und Dänemark unter dem Vorwand, etwas gegen Kinderpornographie zu unternehmen, eingeführt wurde. In Finnland (Stand 19.02.2009) betrafen 0,9% der Einträge auf der Sperrliste tatsächlich Kinderpornographie, der Rest der gesperrten Seite behandelte legale Pornographie (83,9%), Seiten die mit Pornographie überhaupt nichts zu tun hatten (5,3%), oder Seiten von Kritikern der Sperrliste, sowie einige, die nicht eindeutig als legal, oder illegal zu identifizieren waren.
Nun ließe sich natürlich argumentieren, dass die 0,9% der Seiten am Leid vieler Kinder schuld sind und der Kollateralschaden deswegen in Kauf genommen werden kann. Wenn dem denn so wäre, würde ich sofort zustimmen, laut Udo Vetter (Lawblog) ist das nicht so.
Er widerspricht der von der Leyenschen Behauptung, dass eine "Kinderpornoindustrie" existiere, die monatlich Millionenumsätze mache. Aus seiner beruflichen Erfahrung als Anwalt schildert er, dass Kinderpornographie zum größten Teil aus Missbrauch in der Familie entstehe und dass das Material im Allgemeinen unentgeltlich in der Szene getauscht werde. Der Kontakt in der Szene werde dabei über Tauschbörsen, Newsgroups, oder Chaträume geknüpft - alles Bereiche, die von der Sperrliste nicht betroffen wären (mehr Details dazu im oben verlinkten Blogpost von Udo Vetter).
Interessant auch, dass die meisten Seiten, auf den Sperrlisten, in den USA, Australien und der EU betrieben werden. (Quelle: scusiblog) Noch interessanter ist die Anekdote von der stark grenzwertigen Seite, die über ein Jahr auf einer Sperrliste stand, ohne das etwas passierte - als ein User den Provider, der die Seite hostete auf die Seite aufmerksam machte, war die Page innerhalb von zehn Minuten offline (Nachzulesen in dem oben genannten Eintrag auf scusiblog).
Und nun kommt Frau von der Leyen, die mit Zahlen und Fakten ja sowieso ihre Probleme hat (dazu auch mein Blogeintrag), argumentiert mit einer angeblich millionenschweren "Industrie" für eine Sperrliste, die erwiesenermaßen wirkungslos ist und kein Politiker sagt etwas dagegen - traurig!
Nachtrag: Carechild unternimmt einen Versuch, der das hysterische Gebahren der beteiligten Politiker in keinem guten Licht erscheinen lässt. Unbedingt lesenswert!
Zurück zum Thema, es geht natürlich um die berüchtigte Sperrliste, die schon unter anderem in Finnland (Link auf Englisch), Australien und Dänemark unter dem Vorwand, etwas gegen Kinderpornographie zu unternehmen, eingeführt wurde. In Finnland (Stand 19.02.2009) betrafen 0,9% der Einträge auf der Sperrliste tatsächlich Kinderpornographie, der Rest der gesperrten Seite behandelte legale Pornographie (83,9%), Seiten die mit Pornographie überhaupt nichts zu tun hatten (5,3%), oder Seiten von Kritikern der Sperrliste, sowie einige, die nicht eindeutig als legal, oder illegal zu identifizieren waren.
Nun ließe sich natürlich argumentieren, dass die 0,9% der Seiten am Leid vieler Kinder schuld sind und der Kollateralschaden deswegen in Kauf genommen werden kann. Wenn dem denn so wäre, würde ich sofort zustimmen, laut Udo Vetter (Lawblog) ist das nicht so.
Er widerspricht der von der Leyenschen Behauptung, dass eine "Kinderpornoindustrie" existiere, die monatlich Millionenumsätze mache. Aus seiner beruflichen Erfahrung als Anwalt schildert er, dass Kinderpornographie zum größten Teil aus Missbrauch in der Familie entstehe und dass das Material im Allgemeinen unentgeltlich in der Szene getauscht werde. Der Kontakt in der Szene werde dabei über Tauschbörsen, Newsgroups, oder Chaträume geknüpft - alles Bereiche, die von der Sperrliste nicht betroffen wären (mehr Details dazu im oben verlinkten Blogpost von Udo Vetter).
Interessant auch, dass die meisten Seiten, auf den Sperrlisten, in den USA, Australien und der EU betrieben werden. (Quelle: scusiblog) Noch interessanter ist die Anekdote von der stark grenzwertigen Seite, die über ein Jahr auf einer Sperrliste stand, ohne das etwas passierte - als ein User den Provider, der die Seite hostete auf die Seite aufmerksam machte, war die Page innerhalb von zehn Minuten offline (Nachzulesen in dem oben genannten Eintrag auf scusiblog).
Und nun kommt Frau von der Leyen, die mit Zahlen und Fakten ja sowieso ihre Probleme hat (dazu auch mein Blogeintrag), argumentiert mit einer angeblich millionenschweren "Industrie" für eine Sperrliste, die erwiesenermaßen wirkungslos ist und kein Politiker sagt etwas dagegen - traurig!
Nachtrag: Carechild unternimmt einen Versuch, der das hysterische Gebahren der beteiligten Politiker in keinem guten Licht erscheinen lässt. Unbedingt lesenswert!
2/26/2009
Der Lügenbaron...
Dass Roland Koch sich nicht scheut, alles zu sagen, was dem Machterhalt dienen könnte, dürfte inzwischen allgemein bekannt sein.
Ob es dabei nun um Schwarzgeldkonten geht, um nicht eingehaltene Wahlversprechen, oder um rassistische Hetze auf dem Niveau der NPD, der Lügenbaron ist sich für nichts zu schade.
Sein neuestes Ziel scheint die Absetzung von ZDF Chefredakteur Brender zu sein. Eine Entscheidung über dessen Arbeitsvertrag muss bis zum 1.4.2009 getroffen sein, da ist es natürlich höchste Zeit, dass Herr Koch eine Debatte anheizt, die eigentlich gar nicht existiert. Eigentlich sind sich alle einig, dass Brender ausgezeichnete Arbeit leistet, dass die Qualität des ZDF unter seiner Leitung gestiegen sei und dass der Vertrag verlängert werden sollte - sowohl innerhalb, als auch außerhalb des ZDF!
Laut Rundfunkstaatsvertrag ist der Auftrag der ÖR Sender "Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung." (Paragraph 11, Absatz 2), und nicht die Jagd nach Quoten. Koch aber argumentiert, dass die Quoten von "Heute Journal" unter dem Niveau von RTL Aktuell liegen, was nicht mal richtig ist.
In einem Interview zu dem Thema fiel dann auch noch der unfreiwillig komische Satz von Herrn Koch: "Politiker sind nicht eine Gefahr für die Demokratie, sondern ihre Grundlage." - erschreckend? entlarvend? Ausgerechnet einer wie der Koch sieht sich selbst als Grundlage der Demokratie? Na dann gute Nacht!
Letztendlich sollte man noch mal überdenken, ob man Personalien bei den ÖR tatsächlich von einem bizarren Verfahren wie der Ermittlung der Einschaltquoten abhängig machen sollte.
Ob es dabei nun um Schwarzgeldkonten geht, um nicht eingehaltene Wahlversprechen, oder um rassistische Hetze auf dem Niveau der NPD, der Lügenbaron ist sich für nichts zu schade.
Sein neuestes Ziel scheint die Absetzung von ZDF Chefredakteur Brender zu sein. Eine Entscheidung über dessen Arbeitsvertrag muss bis zum 1.4.2009 getroffen sein, da ist es natürlich höchste Zeit, dass Herr Koch eine Debatte anheizt, die eigentlich gar nicht existiert. Eigentlich sind sich alle einig, dass Brender ausgezeichnete Arbeit leistet, dass die Qualität des ZDF unter seiner Leitung gestiegen sei und dass der Vertrag verlängert werden sollte - sowohl innerhalb, als auch außerhalb des ZDF!
Laut Rundfunkstaatsvertrag ist der Auftrag der ÖR Sender "Information, Bildung, Beratung und Unterhaltung." (Paragraph 11, Absatz 2), und nicht die Jagd nach Quoten. Koch aber argumentiert, dass die Quoten von "Heute Journal" unter dem Niveau von RTL Aktuell liegen, was nicht mal richtig ist.
In einem Interview zu dem Thema fiel dann auch noch der unfreiwillig komische Satz von Herrn Koch: "Politiker sind nicht eine Gefahr für die Demokratie, sondern ihre Grundlage." - erschreckend? entlarvend? Ausgerechnet einer wie der Koch sieht sich selbst als Grundlage der Demokratie? Na dann gute Nacht!
Letztendlich sollte man noch mal überdenken, ob man Personalien bei den ÖR tatsächlich von einem bizarren Verfahren wie der Ermittlung der Einschaltquoten abhängig machen sollte.
2/15/2009
Nachtrag: Karl-Theodor zu Guttenberg
Die Ärzte Zeitung reagiert in ihrer Online-Ausgabe euphorisch auf die Ernennung des neuen Bundesministers für Wirtschaft und Technologie. Insbesondere hebt sie die vielfältigen Kompetenzen des studierten Juristen hervor:
Ärzte Zeitung, 10.02.2009 14:42
Guttenberg auch erfahren im Gesundheitsmarkt
BERLIN (dpa/eb). Am Dienstag wurde Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) von Bundespräsident Horst Köhler zum neuen Bundeswirtschaftsminister ernannt. Der 37-Jährige folgt seinem Parteikollegen Michael Glos, der nach über drei Jahren im Amt um seine Entlassung gebeten hatte. Guttenberg bringt auch Erfahrungen aus dem Gesundheitsbereich mit: Bis 2009 besuchte Guttenberg mehrfach verschiedene Ärzte.
Originalartikel auf aerztezeitung.de
Das NDR-Medienmagazin ZAPP dagegen hat sich auf die Suche nach dem Guttenberg'schen Familienunternehmen gemacht, in dem der Freiherr seine "Erfahrungen in der freien Wirtschaft" gesammelt hat. Fazit - kein Großhandel für Baustoffe, wie momentan allgemein behauptet wird, sondern ein 3-Mann Unternehmen, dass die eigenen Ländereien verwaltete. Oder, um seine Homepage zu zitieren:
Leitung des Familienbetriebes in München und Berlin, berufliche Stationen in Frankfurt und New York
Geschäftsführender Gesellschafter der Guttenberg GmbH, München
Ausschnitt aus ZAPP vom 11.02.2009
Wie schon gesagt, es werden goldene Zeiten anbrechen!
Ärzte Zeitung, 10.02.2009 14:42
Guttenberg auch erfahren im Gesundheitsmarkt
BERLIN (dpa/eb). Am Dienstag wurde Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) von Bundespräsident Horst Köhler zum neuen Bundeswirtschaftsminister ernannt. Der 37-Jährige folgt seinem Parteikollegen Michael Glos, der nach über drei Jahren im Amt um seine Entlassung gebeten hatte. Guttenberg bringt auch Erfahrungen aus dem Gesundheitsbereich mit: Bis 2009 besuchte Guttenberg mehrfach verschiedene Ärzte.
Originalartikel auf aerztezeitung.de
Das NDR-Medienmagazin ZAPP dagegen hat sich auf die Suche nach dem Guttenberg'schen Familienunternehmen gemacht, in dem der Freiherr seine "Erfahrungen in der freien Wirtschaft" gesammelt hat. Fazit - kein Großhandel für Baustoffe, wie momentan allgemein behauptet wird, sondern ein 3-Mann Unternehmen, dass die eigenen Ländereien verwaltete. Oder, um seine Homepage zu zitieren:
Leitung des Familienbetriebes in München und Berlin, berufliche Stationen in Frankfurt und New York
Geschäftsführender Gesellschafter der Guttenberg GmbH, München
Ausschnitt aus ZAPP vom 11.02.2009
Wie schon gesagt, es werden goldene Zeiten anbrechen!
2/14/2009
Karl-Theodor zu Guttenberg
Da ist er nun, der neue Bundesminister für Wirtschaft und Technologie!
Er heißt nicht Wilhelm, ist dafür aber erst 37 Jahre alt, mit jugendlichem Elan wird er uns alle vor der Weltwirtschaftskrise retten.
Seine Kompetenzen in der globalen Wirtschaft erarbeitete er sich im elterlichen Familienbetrieb (Guttenberg'sche Forstverwaltung), sowie beim Börsengang der Rhön-Kliniken, die er im zarten Alter von 18 Jahren mit der Familie "federführend" begleitete.
Eine gewisse Konstanz also zu seinem Vorgänger Michael Glos, der seine unüberschaubaren Erfolge in der Politik auf dem reichen Erfahrungsschatz im elterlichen Müllereibetrieb aufbaute - wir dürfen also gespannt sein.
Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass uns der Messias erschienen ist. Ich bin der CSU und insbesondere Herrn Seehofer dankbar, dass Ämter nach wie vor streng nach Kompetenzen verteilt werden.
NDR panorama zu Herrn zu Guttenberg
Seine Kompetenzen in der globalen Wirtschaft erarbeitete er sich im elterlichen Familienbetrieb (Guttenberg'sche Forstverwaltung), sowie beim Börsengang der Rhön-Kliniken, die er im zarten Alter von 18 Jahren mit der Familie "federführend" begleitete.
Eine gewisse Konstanz also zu seinem Vorgänger Michael Glos, der seine unüberschaubaren Erfolge in der Politik auf dem reichen Erfahrungsschatz im elterlichen Müllereibetrieb aufbaute - wir dürfen also gespannt sein.
Ich denke, man kann mit Fug und Recht behaupten, dass uns der Messias erschienen ist. Ich bin der CSU und insbesondere Herrn Seehofer dankbar, dass Ämter nach wie vor streng nach Kompetenzen verteilt werden.
NDR panorama zu Herrn zu Guttenberg
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