Springer besinnt sich auf altbewährte Tugenden und veröffentlicht kriegstreiberische Hetze im Online-Angebot der Welt. Kolumnist Daniel Pipes - republikanischer Publizist und Experte für anti-islamische Propaganda fordert Obama auf, den Iran zu bombardieren, um seine sinkenden Umfragewerte zu retten.
Unter der Überschrift "Barack Obama sollte den Iran bombardieren" darf Pipes schwadronieren, hetzen und spalten (und dabei nebenbei den Tatbestand des Aufrufes zum Angriffskrieg erfüllen)...
Zitat: Normalerweise biete ich einem Präsidenten, gegen dessen Wahl ich war, dessen Ziele ich fürchte und gegen dessen Politik ich arbeite, keinen Rat an. Aber hier ist eine Idee für Barack Obama, wie er seine wackelnde Administration retten kann, indem er einen Schritt unternimmt, der die USA und ihre Verbündeten schützt.
Er fordert eine "dramatische Geste", um etwas Imagepflege zu betreiben.
Interessanter Ansatz - Krieg als "Schutz der USA und ihrer Verbündeten", Krieg als Möglichkeit der Imagekorrektur - die Betonköpfe aus dem Hause Springer scheinen die Lehren aus dem fehlgeschlagenen Irak- und Afghanistankrieg genauso wenig verstanden zu haben wie die republikanischen Schwachköpfe, die einen Krieg nach dem anderen fordern.
Krieg schafft keine Sicherheit.
Nachtrag: Die Kolumne ist nach zwei Tagen nicht mehr online, im Google-cache kann man sich den Quatsch trotzdem noch durchlesen.
2/04/2010
1/25/2010
Schlussverkauf - Runde 2
CDU und FDP wollten die staatlichen Förderungen für Photovoltaik-Anlagen um mindestens 30% kürzen - nach einem Fundraising Dinner vom Verband Solarworld mit - laut FDP-Homepage "Rekordergebnis" änderte die FDP ihre Position, wollte "in Dialog mit der Solar-Branche treten" und letztendlich war das Ergebnis eine Senkung der Fördermittel um 15%. Es ist also nicht so, dass sich die FDP nur für schwachsinnige Gesetzesänderungen (Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers) verkauft - auch sinnvolle Initiativen stoßen auf offene Geldbeutel.
Aber auch in der Rubrik Schwachsinn gibt es von der FDP gute Neuigkeiten! Die BMW-Eignerfamilie Klatten/Quandt spendete 450.000€ und kurz darauf gab es weitere steuerliche Vergünstigungen für die Nutzung von Firmenwagen.
Natürlich muss sich nach den massiven Vorwürfen aus allen Richtungen auch der junge Herr Rösler im Gesundheitsministerium nochmal zu Wort melden:
"Künftig muss bei jedem Medikament genauestens überprüft werden, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen."
Ja nee, is klar... deswegen wurde wahrscheinlich auch Peter Sawicki gefeuert, der genau das jahrelang sehr gut gemacht hat.
Korrektur: Die Spende in Höhe von 450.000€ von der Familie Klatten/Quandt ging nicht an die FDP, sondern an die CDU.
Natürlich muss sich nach den massiven Vorwürfen aus allen Richtungen auch der junge Herr Rösler im Gesundheitsministerium nochmal zu Wort melden:
"Künftig muss bei jedem Medikament genauestens überprüft werden, ob Kosten und Nutzen in einem angemessenen Verhältnis stehen."
Ja nee, is klar... deswegen wurde wahrscheinlich auch Peter Sawicki gefeuert, der genau das jahrelang sehr gut gemacht hat.
Korrektur: Die Spende in Höhe von 450.000€ von der Familie Klatten/Quandt ging nicht an die FDP, sondern an die CDU.
1/23/2010
Karneval...
Die Narren stecken überall, auch da wo man sie am wenigsten vermutet hätte. Der chinesische Außenamtssprecher Ma Zhaoxu (offensichtlich begeisterter Karnevalist) äußerte sich vor Journalisten wie folgt:
"Chinas Netz ist offen"
Unklar ist, ob danach der hierzulande übliche Tusch gespielt wurde und wie die anwesenden Journalisten diesen wirklich gelungenen Gag würdigten.
Danke an taz.de
"Chinas Netz ist offen"
Unklar ist, ob danach der hierzulande übliche Tusch gespielt wurde und wie die anwesenden Journalisten diesen wirklich gelungenen Gag würdigten.
Danke an taz.de
Geschenke für die Lobbyisten...
Und da ist schon das nächste kleine Präsent im Wert von 233.000.000.000,- € an die Lobbyisten. Nachdem Umweltminister Röttgen erst einen Atomlobbyisten zum Leiter der Abteilung Reaktorsicherheit gemacht hatte (sehr subtiles, unauffälliges Manöver, fast schon FDP-Stil), wurde jetzt beschlossen, dass sämtliche Reaktoren, inkl. der Schmuddelkinder Biblis A und Neckarwestheim 1 am Netz bleiben.
Kein Grund zur Sorge, alle Reaktoren sind sicher! Die Häufungen von Leukämie-Erkrankungen in der Nähe von Reaktoren sind statistische Schwankungen und der Lobbyist, der jetzt für die Reaktorsicherheit zuständig ist wird natürlich immer verantwortlich, die Interessen der Anwohner berücksichtigend und nur im Dienste der Sicherheit entscheiden. Tätäää tätäää tätäää
Der Ausverkauf unseres schönen Landes geht weiter.
Kein Grund zur Sorge, alle Reaktoren sind sicher! Die Häufungen von Leukämie-Erkrankungen in der Nähe von Reaktoren sind statistische Schwankungen und der Lobbyist, der jetzt für die Reaktorsicherheit zuständig ist wird natürlich immer verantwortlich, die Interessen der Anwohner berücksichtigend und nur im Dienste der Sicherheit entscheiden. Tätäää tätäää tätäää
Der Ausverkauf unseres schönen Landes geht weiter.
1/22/2010
Einer geht noch...
Der scheinbar unsinkbare Schreihals aus den Reihen der CDU hat sich mal wieder zu Wort gemeldet. Alles redet über die FDP, Spenden von Hoteliers, vielleicht auch Afghanisten, ganz bestimmt aber über Haiti - das konnte Koch nicht auf sich sitzen lassen und zündete nach altbekanntem Muster eine der üblichen Rauchbomben. In der Wirtschaftswoche forderte er eine Arbeitspflicht für Hartz IV-Empfänger, um zu verhindern, dass sich das faule Pack mit den Reichtümern von Vater Staat ein Lotterleben in Saus und Braus genehmigt.
In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang. Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht
Nachdem Merkel und von der Leyen ihn daraufhin scharf kritisierten, veröffentlichte die FAZ nun einen ganzseitigen Beitrag von Koch, in dem er den gleichen Quatsch in charmanterem FAZ-Stil absonderte. Er gibt sich "überrascht" über die scharfe Kritik, es geht ihm ja nur um einen "sachlichen Diskurs" - die BILD-Zeitung hat seinen Knochen schon längst gefangen und fragte auf der ersten Seite: "macht Hartz IV faul?" - genau der sachliche Diskurs, den der alte Extremist sich gewünscht hat.
In der Zwischenzeit ging eine Bombenattrape von der "bewegung morgenlicht" in der Wiesbadener Staatskanzlei ein, mit der Drohung, nächstes Mal eine echte Bombe zu senden - vielleicht wirkt es ja. Allerdings wird die "bewegung morgenlicht" allgemein noch nicht besonders ernst genommen - selber bezeichnen sie sich als "schmusetruppe und keine raf", sie wollen ausschließlich Sachschaden verursachen. Ob ein Koch damit zum Umdenken zu bewegen ist, darf bezweifelt werden.
In Deutschland gibt es Leistungen für jeden, notfalls lebenslang. Deshalb müssen wir Instrumente einsetzen, damit niemand das Leben von Hartz IV als angenehme Variante ansieht
Nachdem Merkel und von der Leyen ihn daraufhin scharf kritisierten, veröffentlichte die FAZ nun einen ganzseitigen Beitrag von Koch, in dem er den gleichen Quatsch in charmanterem FAZ-Stil absonderte. Er gibt sich "überrascht" über die scharfe Kritik, es geht ihm ja nur um einen "sachlichen Diskurs" - die BILD-Zeitung hat seinen Knochen schon längst gefangen und fragte auf der ersten Seite: "macht Hartz IV faul?" - genau der sachliche Diskurs, den der alte Extremist sich gewünscht hat.
In der Zwischenzeit ging eine Bombenattrape von der "bewegung morgenlicht" in der Wiesbadener Staatskanzlei ein, mit der Drohung, nächstes Mal eine echte Bombe zu senden - vielleicht wirkt es ja. Allerdings wird die "bewegung morgenlicht" allgemein noch nicht besonders ernst genommen - selber bezeichnen sie sich als "schmusetruppe und keine raf", sie wollen ausschließlich Sachschaden verursachen. Ob ein Koch damit zum Umdenken zu bewegen ist, darf bezweifelt werden.
Bananenrepublik
Was für ein Start, besser hätte es ja kaum laufen können für die FDP!
Erst sahnt man eine dicke Spende in Höhe von 1,1 Millionen Euro vom Hotelbetreiber Finck ab (das stand natürlich in keinem Zusammenhang mit dem Engagement der FDP für eine Steuersenkung für das Gastgewerbe), dann kassiert man eine Vergünstigung für sämtliche FDP-Mitglieder in der DKV (die größte private Krankenkasse in Deutschland - die Vergünstigungen für FDP-Mitglieder gibt es schon seit 2003) und rührt im Gegenzug kräftig die Werbetrommel für die DKV, bzw. setzt man sich jetzt in der Regierung dafür ein, dass jeder Bürger die (private) Versicherung wählen kann, die er möchte - "modernes Sponsoring" nennt die FDP das. Natürlich alles im Namen der Freiheit.
Als nächstes hielt unser Udo Jürgens hörendes Gesundheitswürstchen es für eine gute Idee, den Cheflobbyisten der privaten Krankenkassen zum Chef der Grundsatzabteilung seines Ministeriums zu machen um eine Gesundheitsreform zu erarbeiten, außerdem musste Peter Sawicki seinen Posten räumen. Peter Sawicki war Leiter des IQWiG (Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) und der Pharmaindustrie schon lange ein Dorn im Auge, er testete neue Medikamente auf Wirksamkeit und Qualität und seine Ergebnisse waren den Pharmariesen anscheinend nicht immer genehm - mit einem FDP-Gesundheitsminister sind solche unangenehmen Personalien natürlich kein Problem mehr, da werden ein paar fadenscheinige Gründe gefunden und der Posten kann mit einer Bauchrednerpuppe neu besetzt werden.
Achja, während sich die Opposition und teilweise sogar die CDU (!!!) noch über derart plumpe Klientelpolitik aufregte, veröffentlichte die stellvertretende Chefredakteurin der WELT einen lustigen, etwas dümmlichen Kommentar, die titanic (wer sonst) lieferte ein passendes Startcartoon und als krönenden Abschluss und Einstieg in die Karnevalszeit hab ich noch ein Zitat von FDP-Generalsekretär Christian Lindner: "Die FDP ist nicht käuflich!" - tätäää tätäää tätäää.
Erst sahnt man eine dicke Spende in Höhe von 1,1 Millionen Euro vom Hotelbetreiber Finck ab (das stand natürlich in keinem Zusammenhang mit dem Engagement der FDP für eine Steuersenkung für das Gastgewerbe), dann kassiert man eine Vergünstigung für sämtliche FDP-Mitglieder in der DKV (die größte private Krankenkasse in Deutschland - die Vergünstigungen für FDP-Mitglieder gibt es schon seit 2003) und rührt im Gegenzug kräftig die Werbetrommel für die DKV, bzw. setzt man sich jetzt in der Regierung dafür ein, dass jeder Bürger die (private) Versicherung wählen kann, die er möchte - "modernes Sponsoring" nennt die FDP das. Natürlich alles im Namen der Freiheit.
Als nächstes hielt unser Udo Jürgens hörendes Gesundheitswürstchen es für eine gute Idee, den Cheflobbyisten der privaten Krankenkassen zum Chef der Grundsatzabteilung seines Ministeriums zu machen um eine Gesundheitsreform zu erarbeiten, außerdem musste Peter Sawicki seinen Posten räumen. Peter Sawicki war Leiter des IQWiG (Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen) und der Pharmaindustrie schon lange ein Dorn im Auge, er testete neue Medikamente auf Wirksamkeit und Qualität und seine Ergebnisse waren den Pharmariesen anscheinend nicht immer genehm - mit einem FDP-Gesundheitsminister sind solche unangenehmen Personalien natürlich kein Problem mehr, da werden ein paar fadenscheinige Gründe gefunden und der Posten kann mit einer Bauchrednerpuppe neu besetzt werden.
Achja, während sich die Opposition und teilweise sogar die CDU (!!!) noch über derart plumpe Klientelpolitik aufregte, veröffentlichte die stellvertretende Chefredakteurin der WELT einen lustigen, etwas dümmlichen Kommentar, die titanic (wer sonst) lieferte ein passendes Startcartoon und als krönenden Abschluss und Einstieg in die Karnevalszeit hab ich noch ein Zitat von FDP-Generalsekretär Christian Lindner: "Die FDP ist nicht käuflich!" - tätäää tätäää tätäää.
12/22/2009
Alles nur ein Missverständnis...
Nachtrag zu: ganz schön peinlich...
In dem Provinzblatt BNN wurde ein Interview mit Caspary veröffentlicht, in dem er nochmal sagen durfte, was er eigentlich meinte, als er seinen lustigen Brief an Westerwelle veröffentlicht hat.
Kurz zur Information - die ZEIT schreibt über die BNN: "[...] tief konservatives Blatt, das noch immer den Antikommunismus pflegt. Das Verlegerehepaar Baur wird als betagt, urkatholisch und überdimensional patriarchalisch beschrieben, der Chefredakteur Edwin Kraus als netter Schwadroneur und unentwegter kalter Krieger. [...]"
Da werden schon mal Journalisten entlassen, wenn ihre Veranstaltungskritiken dem Bürgermeister nicht passen, oder wenn sie auf Verfehlungen beim wichtigen Sponsor LIDL hinweisen.
Ja, in diesem unabhängigen Qualitätsblatt durfte Caspary mitteilen, dass es ihm ja eigentlich darum ging "Brücken zu bauen, Kompromisse zu schließen und gemeinsame europäische Lösungen zu finden". Nur ein Schelm würde etwas anderes von einem Unterstützer der rechtsaußen-Hardlinerin Erika Steinbach erwarten, alles im Namen der Toleranz.
In dem Provinzblatt BNN wurde ein Interview mit Caspary veröffentlicht, in dem er nochmal sagen durfte, was er eigentlich meinte, als er seinen lustigen Brief an Westerwelle veröffentlicht hat.
Kurz zur Information - die ZEIT schreibt über die BNN: "[...] tief konservatives Blatt, das noch immer den Antikommunismus pflegt. Das Verlegerehepaar Baur wird als betagt, urkatholisch und überdimensional patriarchalisch beschrieben, der Chefredakteur Edwin Kraus als netter Schwadroneur und unentwegter kalter Krieger. [...]"
Da werden schon mal Journalisten entlassen, wenn ihre Veranstaltungskritiken dem Bürgermeister nicht passen, oder wenn sie auf Verfehlungen beim wichtigen Sponsor LIDL hinweisen.
Ja, in diesem unabhängigen Qualitätsblatt durfte Caspary mitteilen, dass es ihm ja eigentlich darum ging "Brücken zu bauen, Kompromisse zu schließen und gemeinsame europäische Lösungen zu finden". Nur ein Schelm würde etwas anderes von einem Unterstützer der rechtsaußen-Hardlinerin Erika Steinbach erwarten, alles im Namen der Toleranz.
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